Wolle – Kleine Materialkunde

Wolle macht etwa 3-4% des Weltfaseranteils aus. In der Industrie wird dabei hauptsächlich zwischen drei Schafwollarten unterschieden:

– Grobwolle: lang, grob, wenig gewellt. Für Teppiche oder Polsterstoffe (Cheviotschaf / Heidschnucke)

– Mittelwolle: Eigenschaften zwischen Grobwolle und Feinwolle. Für Grobstrick / Möbel / Handstrickgarn / Heimtextilbereich (Crossbredschaf)

– Feinwolle: kurz, fein, elastisch, gekräuselt. Für Oberbekleidung (Merinoschaf)

Merinowolle hat einen Anteil von 40% am Gesamtwollmarkt. Sie ist eine der feinsten und weichsten Wollqualitäten und wird auch „spanische Wolle“ genannt, denn aus eben diesem Land entstand im 14. Jahrhundert die Merinozüchtung, deren Ausfuhr damals mit der Todesstrafe bestraft wurde. Heutzutage werden diese Schafe hauptsächlich in Australien und Neuseeland gezüchtet.

Zu unterscheiden sind „Schurwolle“ und „Wolle“. Schurwolle stammt immer vom lebenden Tier, Wolle kann auch vom vom toten Tier stammen. Bei der Schurwolle dürfen nur neue und unbeschädigte Wollfasern verwendet werden, diese müssen aber nicht ausschließlich vom Schaf stammen. Dazu kommt, dass der Begriff „Schurwolle“ in der Materialkennzeichnung nur verwendet werden darf, wenn der Wollfaseranteil eines Stoffs mindestens 25% beträgt, ansonsten muss es als „Wolle“ gezeichnet werden.

Eigenschaften von Wolle:
– Knitterfrei
– Weich
– Kann verfilzen
– Wärmend und isolierend durch Lufteinschluss
– Schützt auch vor Hitze von außen
– Saugfähig, ohne sich feucht anzufühlen
– Schmutzabweisend

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