Pal Offner: Ein Interview mit Nele Offner und Sabina Pal

 

Wir haben ein neues Interview für Sie: Nele Offner (rechts im Bild) und Sabina Pal (links im Bild), die Frauen hinter PAL OFFNER. Wir kennen die Zwei schon seit ihrer ersten Kollektion und konnten so jeden Schritt mitverfolgen und miterleben wieviel Liebe und Arbeit sie in ihre Designs stecken und sind jedes Mal aufs Neue begeistert 🙂

Mit unseren Interviews möchten wir Ihnen die Designer und Inhaber hinter den Marken in unserem Onlineshop ein wenig näher bringen und Ihnen die Möglichkeit geben sie etwas besser kennenzulernen. Denn genau das Zwischenmenschliche auf den Messen und den fast familiäre Kontakt schätzen wir sehr und er gehört mit zu den schönsten Aspekten unserer Arbeit.

Viel Freude bei dem Interview!

 


 

Wie kamt ihr zum Design bzw. welche Berufe habt ihr erlernt?

 

Nele Offner: Im kreativen Bereich wollte ich tätig sein, soviel stand für mich nach der Schule fest.
Nach einigen Praktika im Bereich Architektur, Grafik sowie Bühnen- und Kostümdesign entschied ich mich schlussendlich für Modedesign und absolvierte dann mein Studium an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Nach einigen Jahren als Modedesignerin in der Branche lockte mich eine neue Herausforderung – die Selbstständigkeit mit Pal Offner.

Sabina Pal: Mein Berufsleben startete ich auch in einem kreativen Umfeld, allerdings nicht direkt in der Modewelt. Nach dem Studium der Medienwirtschaft arbeitete ich als Kundenberaterin und dann in der strategischen Beratung einer Werbeagentur. Mode war bis dahin mein Hobby. Als Nele mich fragte, ob ich mit ihr zusammen ein Modelabel gründen möchte, fiel die Entscheidung mir dennoch sehr leicht.

 

Schnitte / Material oder freie Idee? Was ist der Ausgangspunkt für eure Ideen?

 

Zu Beginn schwirren viele nicht rational zu bündelnde Ideen im Kopf umher, die sich durch Beobachtungen und Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate vor dem Start der neuen Kollektionsentwicklung gesammelt haben. Diese sortieren sich im Laufe des Prozesses.
Wichtig für uns ist es hierbei zu wissen mit welchem Material wir final arbeiten. Das liegt daran, dass die Art des Stoffes den man findet und für den man sich entscheidet starken Einfluss auf das Design hat: Hat das Material zum Beispiel eine spannende Oberfläche und eine außergewöhnliche Haptik wäre es schade dies Wirkung durch zu viel Design zu überladen und davon abzulenken. Hier entscheiden wir uns dann ganz bewusst für ein reduziertes Design und eine klare Schnittführung. Hat hingegen das Material einen tollen Fall kommen uns blitzschnell ganz andere Design Ideen in den Kopf. Für uns macht es daher meistens Sinn sich erst auf das Material festzulegen, bevor wir ins Detail des Designs eintauchen.

 

Welche Bedeutung hat für euch die Farbe Schwarz?

 

Die Farbe schwarz ist für uns wie eine Art Leinwand. Sie nimmt sich zurück und gibt Raum, um das Eigene zum Vorschein zu bringen.
Für die Träger der Kleidung bedeutet das, die eigene Persönlichkeit, den Charakter einer Person zeigen zu können. Für uns im Design lässt sie Raum die eigene Handschrift zu hinterlassen und den Fokus auf Form und Design zu legen. Die Farbe schwarz bringt für uns auf unauffällig auffällige Weise das Individuelle zum Vorschein.

 

Zeichnet ihr die Entwürfe per Hand oder wird alles mit dem Rechner gemacht?

 

Nele: Mal so, mal so. Ich scribble „Gedankenstützen“ auf Zettel und übertrage diese später sauber in eine technische Zeichnung. Das ist unumgänglich, denn die sehr abstrakten Anfangs-Schmierereien kann außer mir niemand interpretieren. 😉
Andere Designs drapiere ich direkt an der Schneiderbüste. Ich muss manchmal selbst austesten und sehen wie das geplante Design umzusetzen ist, wie der Stoff fällt oder ob das angedachte Volumen doch zu viel ist. Später übertrage ich auch diese Entwürfe in eine technische Zeichnung am Rechner.

 

Was inspiriert euch?

 

Das Leben.
Eine Bahnfahrt, ein Waldspaziergang, der Besuch eines Konzerts, der Geburtstag eines Freundes, die Nachrichten oder der Weg zur Arbeit. So entstand zum Beispiel auch unser handgedruckter Latexprint der Herbst/Winter Kollektion 2016/17. Auf dem morgendlichen Weg in unseren Showroom während der Pariser Fashion Week gefiel uns die Ästhetik der Zahlen die in den Teer des Gehwegs geprägt waren. So wie die Zahl im Teer für das Entstehungsdatum des neuen Gehwegabschnitts stehen, so stehen unsere Latex-Zahlen Prints auf der Kleidung für das Gründungsdatum von Pal Offner.

 

Was, außer Bekleidung und Accessoires, würdet ihr gerne mal entwerfen oder habt ihr bereits entworfen?

 

Nele: Zwar ist es auch Bekleidung, aber ich denke ich hätte ziemlich Spaß daran es mal so richtig krachen zu lassen. Das Experimentieren an skulpturalen Bühnenkostümen oder auch schrägen Kinderklamotten fände ich total spannend.

Sabina: Ich habe ein Faible für Interior Design … Wohnaccessoires oder auch Möbel zu entwerfen, da hätte ich mal Lust drauf.
Bis auf Weiteres sind wir mit unseren PAL OFFNER Kollektionen zu zweit aber ganz gut ausgelastet, sodass es dazu wohl erst mal nicht kommen wird 🙂

 

Eure modische Prognose für die 20er Jahre?

 

Gerade in Hinblick auf die aktuelle Krise, hoffen wir, dass die Wertschätzung für kleine, unabhängige Unternehmen und Produktionsprozesse steigt und die Menschen ihr Konsumverhalten mehr reflektieren. Nicht nur auf die Modeindustrie bezogen, sondern über alle Branchen hinweg.
Was die Art der Kleidung betrifft: Wir glauben, dass wir alle uns danach sehnen uns geborgen, gemütlich, „leicht und frei“ zu fühlen und das Leben mit Humor zu nehmen. Genau das versuchen wir mit unserer neuen Sommerkollektion 2021, die wir gerade entwickeln, auszudrücken.

 

 

Danke euch Nele und Sabina für eure Zeit und die tollen Antworten!

• Die neue Pal Offner Kollektion •

 

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